18.03.2026
Im Zuge der angespannten Lage im Iran sind die Weltmarktpreise von Öl um etwa 30 Prozent gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Benzinpreise in Deutschland aus.
Da diese viele Menschen in Deutschland belastet, hat das Bundeskabinett beschlossen, die Häufigkeit der Preisänderungen einzuschränken und sich dabei am so genannten österreichischen Modell zu orientieren: Künftig dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise für Kraftstoffe erhöhen. Preissenkungen sind hingegen jederzeit zulässig.
"Wir wissen, dass vor allem viele Pendlerinnen und Pendler, aber auch mittelständische Unternehmen durch die hohen Spritpreise belastet sind und sich berechtigt ärgern. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die Häufigkeit der Preisänderungen einzuschränken", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
Hintergrund ist ein Mechanismus, den das Bundeskartellamt als "Rakete-und-Feder-effekt" bei Benzinpreisen bezeichnet. Steigen Rohölkosten, könne das dazu führen, dass sich Kraftstoffpreise sehr schnell erhöhen. Im Gegenzug würden sinkende Kosten nur langsam an Verbraucher weitergegeben. Durch die Einschränkung der Preiserhöhungen an Tankstellen soll dieser Mechanismus durchbrochen werden.
Das Modell soll so schnell wie möglich eingeführt werden. Dafür will die Regierung das Kartellrecht ändern. Auch die Monopolkommission habe sich dafür ausgesprochen, so das Bundeswirtschaftsministerium.
Zudem gebe Deutschland Teile seiner nationalen Ölreserve frei. Im Bereich der Ölversorgung sei die Lage angespannt. Das wirke sich insbesondere auf Deutschlands Partnerländer in Asien aus, beispielsweise Japan und Südkorea, die große Mengen an Rohöl aus der Golfregion beziehen. Die Internationale Energieagentur (IEA) habe ihre Mitgliedstaaten gebeten, Ölreserven im Umfang von 400 Millionen Barrel freizugeben.
"Dieser Bitte werden wir nachkommen und unseren Beitrag dazu leisten. Denn Deutschland steht hinter dem wichtigsten Grundsatz der IEA: der gegenseitigen Solidarität", so Reiche.
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, PM vom 12.03.2026