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08.06.2026

"Tempo-Check": Wie schnell die Finanzämter sind

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat sich angesehen, wie lang die Finanzämter in den unterschiedlichen Bundesländern im Jahr 2025 brauchten, um die Steuererklärungen zu bearbeiten. Das Ergebnis: Am schnellsten arbeiteten die Finanzämter in Hessen.

Sie brauchten laut BdSt im Jahr 2025 im Durchschnitt nur gut 41 Tage für die Bearbeitung der Steuererklärungen. Berlin sei knapp dahinter auf Platz 2 gelandet. Sachsen habe den größten Sprung nach vorn gemacht und sich gleich um mehrere Plätze verbessert. Ganz am Ende der Tabelle lägen erneut das Saarland und schließlich Bremen.

Dennoch aber, so der BdSt, zeige sich insgesamt ein positiver Trend: Immer weniger Bundesländer brauchten länger als 50 Tage für einen Steuerbescheid. Denn immer mehr Steuererklärungen würden inzwischen vollautomatisch bearbeitet (so genannte "Autofälle"). Teilweise landeten Bescheide so schon nach zehn bis 14 Tagen im Briefkasten oder digital im ELSTER-Postfach. Die "Autofall-Quote" steige seit Jahren kontinuierlich an: Fast jede vierte Steuererklärung werde inzwischen automatisiert bearbeitet. Einige Bundesländer lägen sogar deutlich darüber. Und: Nordrhein-Westfalen teste bereits künstliche Intelligenz (KI) im Risikomanagement der Finanzämter. Die KI solle einfache und unproblematische Fälle schneller erkennen, damit Mitarbeiter mehr Zeit für komplizierte Steuerfälle haben. In Nordrhein-Westfalen gehe man davon aus, dass dadurch die Zahl unnötiger Prüfungen deutlich sinken werde.

Auch für die Steuerzahler selbst werde vieles einfacher, so der BdSt weiter. Ab Juli 2026 solle die "Steuererklärung per Klick" starten. Bestimmte Arbeitnehmer und Rentner bekämen dann eine bereits vorausgefüllte Steuererklärung direkt über die App "MeinELSTER+". Prüfen, bestätigen, absenden – fertig. Hessen gehe sogar noch weiter und teste bereits eine so genannte Amtsveranlagung. Bürger erhielten dabei direkt einen fertigen Vorschlag für ihren Steuerbescheid und müssten nur noch reagieren, wenn etwas nicht stimmt.

Dennoch aber stießen die Finanzämter weiter an Grenzen, so der BdSt. Immer mehr Menschen müssten eine Steuererklärung abgeben – etwa wegen steigender Renten oder zusätzlicher Einkünfte. Gleichzeitig würden noch viele Erklärungen in Papierform eingereicht. Dies koste Zeit: Daten müssen eingescannt, übertragen und geprüft werden. Viele Bundesländer wünschten sich deshalb einfachere Regeln im Steuerrecht und mehr Pauschalen statt komplizierter Einzelnachweise.

Wer seinen Steuerbescheid möglichst schnell erhalten möchte, sollte die Erklärung früh im Jahr abgeben, rät der Steuerzahlerbund, – idealerweise im Frühjahr. Denn grundsätzlich gelte weiterhin: Die Finanzämter arbeiteten die Erklärungen nach Eingang ab. Wer spät dran sei, lande automatisch weiter hinten in der Warteschlange.

Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 03.06.2026